Mehrheit der Deutschen will die EUDI-Wallet nutzen
- 54 Prozent wollen die europäische digitale Brieftasche nach ihrem Start Anfang 2027 verwenden
- Aber vielen fehlt noch die technische Voraussetzung: Nur 18 Prozent können aktuell die Online-Funktion ihres Personalausweises nutzen
Die digitale Brieftasche trifft auf großes Interesse in der deutschen Bevölkerung: Mehr als die Hälfte der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger (54 Prozent) will die EUDI-Wallet verwenden, sobald sie ab 2. Januar 2027 verfügbar ist. 39 Prozent hingegen zeigen sich an der digitalen Brieftasche nicht interessiert, 6 Prozent sind unentschlossen. Allerdings fehlen den meisten derzeit noch die technischen Grundvoraussetzungen: Für die Nutzung der EUDI-Wallet ist die aktivierte Online-Funktion des Personalausweises (eID) notwendig, aber nur 18 Prozent haben die eID aktiviert und kennen ihre dazugehörige PIN. Weitere 21 Prozent haben zwar die Online-Funktion freischalten lassen, kennen ihre PIN aber nicht oder nicht mehr. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) hat die Online-Funktion noch gar nicht aktiviert, weitere 5 Prozent wissen es nicht oder wollen keine Angaben machen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die meisten Menschen in Deutschland sind bereit für die EUDI-Wallet. Nun muss sichergestellt werden, dass sie die digitale Brieftasche ab Januar 2027 auch unkompliziert nutzen können", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Wer seine eID nicht aktiviert hat oder seine PIN nicht mehr kennt, steht am Starttag vor verschlossenen Türen. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit den Verwaltungen vor Ort eine breit angelegte Aktivierungs- und Informationskampagne zum elektronischen Personalausweis starten. Dabei müssen die Aktivierung der eID und die PIN-Rücksetzung so einfach und so digital wie möglich sein."
Ganz oben auf der Wunschliste zur EUDI-Wallet steht die digitale Aufbewahrung wichtiger Dokumente. Unter denjenigen, die sich eine Nutzung der EUDI-Wallet grundsätzlich vorstellen können, wollen 61 Prozent Ausweis, Führerschein oder ähnliche Karten auf jeden Fall künftig digital auf dem Smartphone bei sich tragen, weitere 22 Prozent eventuell. Verträge oder Rechnungen digital unterzeichnen wollen 57 Prozent auf jeden Fall und 21 Prozent vielleicht. Die eigene Identität digital nachweisen – etwa bei Behördenangelegenheiten oder der Online-Eröffnung eines Bankkontos – wollen ebenfalls 57 Prozent auf jeden Fall und 19 Prozent eventuell. Den einfacheren Login bei digitalen Anwendungen wie Krankenkassen- oder Steuerportalen möchten 48 Prozent auf jeden Fall nutzen, weitere 34 Prozent vielleicht. „Die EUDI-Wallet ist eine echte digitale Identität und kann ein Turbo für die Digitalisierung werden, etwa bei der öffentlichen Verwaltung“, so Wintergerst.
Vorgesehen ist, dass es nicht nur eine Wallet-App geben wird, sondern voraussichtlich ab 2028 mehrere Organisationen oder Unternehmen entsprechende Apps anbieten. Viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger möchten von dieser Auswahl Gebrauch machen. 52 Prozent wollen zwar eine EUDI-Wallet ausschließlich von staatlichen Stellen wie dem Bund beziehen, 19 Prozent sind aber sowohl gegenüber staatlichen als auch gegenüber privaten Anbietern offen. 15 Prozent können sich vorstellen, eine Wallet-App allein von privaten Unternehmen wie Telekommunikationsanbietern, Tech-Unternehmen oder Finanzdienstleistern zu verwenden, 15 Prozent wissen es noch nicht oder wollen keine Angabe machen.